Differenzierter Englischunterricht mit iPad und Crayon in der Jahrgangsstufe 7

15. Mai 2020


Das Klicken der Stifte höre ich gar nicht mehr

Differenzierter Englischunterricht mit iPad und Logitech Crayon in der Jahrgangsstufe 7

 

Klick, klickklick, kurze Pause, dann wieder rhythmisches Klicken von Kunststoff auf Glas. Würde man die Augen schließen und nur auf die Geräusche achten, würde man nicht darauf kommen, dass hier gerade eine siebte Klasse mit über 20 Schülern Englisch lernt. Genauer gesagt steht bei der Klasse 7 b des Schulzentrums am Sund in Stralsund Grammatik auf dem Stundenplan. Die Schüler schreiben mit digitalen Stiften am Tablet, was sie am vergangenen Tag gemacht haben. Philipp Meyer schaut sich an seinem Gerät an, was einzelne Schüler schreiben, und hilft ihnen im Zweifelsfall mit einem kleinen Hinweis.

Auf die ungewohnte Geräuschkulisse angesprochen, lacht der Englischlehrer: „Das Geräusch der Stifte auf den iPads bekomme ich gar nicht mehr mit. Im Gegenteil: Die Schüler sind so begeistert und alles ist so neu, dass sie beim Arbeiten mucksmäuschenstill sind.“

Englischunterricht in der Jahrgangsstufe 7:

Man braucht keinen Tintenkiller

Wenn alle fertig sind, spiegelt der Pädagoge die Sätze einzelner Schüler über den Beamer an die Tafel, wo sie die Klasse gemeinsam vorliest und bespricht. Was falsch ist, wird direkt am Tablet korrigiert, sodass am Ende nur korrekte Sätze an der Tafel und im digitalen Heft stehen. Während Erwachsene dem Schreiben mit digitalen Stiften wie den hier im Unterricht eingesetzten Logitech Crayons oft skeptisch gegenüberstehen, sehen Schüler wie David viel mehr Vorteile: „Es kann keine Tinte auslaufen, und wenn man was falsch macht, braucht man keinen Tintenkiller.“ Und sein Mitschüler Nick sieht noch ein weiteres Plus der ein wenig größeren Logitech-Stifte: „Wenn man mit dem Füller schreibt, tut einem nach einiger Zeit die Hand weh. Das ist mit dem Stift und Tablet nicht so. “Mehr Tipps für die Auswahl der richtigen Stifte für den Unterricht haben wir in einer kleinen Infobox zusammengestellt.

Viel mehr Differenzierung möglich

Dass die Digitalisierung des Unterrichts noch mehr Möglichkeiten als einen spannenden Medienwechsel mit sich bringt, zeigt der folgende digitale Hörverstehens- und Grammatiktest. „Normalerweise habe ich die Soundfiles auf meinem Tablet und lasse sie über einen Lautsprecher laufen. Dann müssen sie aber alle Schüler in dem vorgegebenen Tempo hören und bearbeiten“, kommentiert Meyer. Will er seine Schüller differenziert fördern, muss er den Test erst zuhause korrigieren und danach für jeden Schüler Fördermaterial aussuchen. Das braucht einige Stunden. Mit der digitalen Technik geht das deutlich schneller und direkter. Bei dem digitalen Hörverstehens- und Grammatiktest vom Schulbuchverlag, der auch die Lehrbücher stellt, hört jeder Schüler die Audiodateien am Tablet individuell über einen Kopfhörer und kann die Übungen im eigenen Tempo bearbeiten. Wer will, kann schwierige Übungen auch wiederholen. Wer schneller ist, muss dagegen nicht gelangweilt Däumchen drehen. Wie zum Beweis ist nach ein paar Minuten der erste Schüler fertig. Die verwendete App zeigt dem Lehrer sofort an, wie schnell er war und was er richtig gemacht hat. „Auf Grundlage der Ergebnisse kann ich sofort Fördermaterial auswählen und gezielt verteilen“ schwärmt Meyer. Die Aufgaben können die Schüler entweder in der verbleibenden Zeit machen und sofort via Airdrop oder von zuhause als Mail zurückschicken. Eine Schülerin fragt, ob es sein könne, dass sie ein anderes digitales Arbeitsblatt habe als die Nachbarin. „Natürlich, jeder bekommt ein Blatt mit den Aufgaben, die er noch trainieren muss“, bestätigt der Lehrer das differenzierte Lernangebot. Und das müsste auch nicht vor Fächergrenzen Halt machen. Meyers Traum wäre zum Beispiel fächerübergreifendes Lernen. Berührungsängste mit der neuen Technik hatte Meyer dagegen nicht, schließlich ist er technikaffin und besucht Fortbildungen zum Thema digitaler Unterricht.

Die Überzeugung ist angekommen

Echte Berührungsängste hat auch die Informatiklehrerin Silke Herbst, auf deren Initiative der iPad-Koffer auf Reisen zum Schulzentrum am Sund gekommen ist, bei den anderen Kollegen nicht bemerkt. „Die vier Wochen mit dem iPad-Koffer waren eine aufregende Zeit. Was schön war: Die Technik funktioniert und die Überzeugung ist bei vielen Kollegen angekommen. Als das Eis erst einmal gebrochen war, wurde der Koffer von so vielen Kollegen angefordert, dass wir die Nachfragen am Ende nicht mehr erfüllen konnten.“ Kein Wunder, dass der Wunsch nach einem eigenen Tabletkoffer für das Schulzentrum am Sund in der Zeit immer stärker wurde – bei Lehrern wie Schülern.

Die reagierten auf die Ankündigung, dass die vier Wochen mit dem iPad-Koffer nun zu Ende gingen und ab nächster Woche statt mit iPads und Crayons wieder mit Heft und Füller unterrichtet wird, mit einem kollektiven „Och, neiiiin!“

 

Stift ist nicht gleich Stift

Tablets lassen sich leicht mit einem passenden Cover und den richtigen Apps in den Unterricht integrieren. Beim Einsatz als Schreibmittel gibt es trotzdem einiges zu beachten. Denn viele digitale Stifte sind nicht primär für den Einsatz an Schulen gemacht. Daher ein paar Tipps für die Auswahl:

  • Achten Sie auf lange Akku-Dauer und einen Ein-und-Ausschaltknopf. Eine Status-LED, die den Ladezustand anzeigt, vermeidet leere Akkus.
  • Falls doch einmal ein Stift leer ist, ist eine Schnelladefunktion wichtig. Der Logitech Crayon schafft zum Beispiel nur mit 2 Minuten Ladung wieder 30 Minuten Einsatz – genug für eine Schulstunde. Ideal ist es auch, wenn man den Stift während des Aufladens auch gleichzeitig benutzen kann.
  • Gerade für jüngere Schüler sind Stifte mit einem größeren Durchmesser ideal, die durch ihre Form den Drei- bzw. Vierpunktgriff unterstützen. Außerdem sollten die Stifte für Rechts- wie auch für Linkshänder geeignet sein.
  • Apropos Form: Stifte mit einer flachen Seite wie der Logitech Crayon können im Schulalltag nicht so einfach vom Tisch rollen und auf dem Boden aufschlagen. Suchen Sie zudem einen robusten Stift aus, der einen Sturz aus mehr als einem Meter Fallhöhe übersteht.
  • Nicht jeder Stift ist für alle Einsätze gleich geeignet. Beim Zeichnen ist die Erkennung der Druckintensivität wichtig, damit man auch schraffieren kann …

Bilder aus dem Unterricht:


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