Taschenkontrolle Ausgabe 02/2020

Taschenkontrolle Ausgabe 02/2020

23. November 2020


Tobias Zimmer

 

Man muss nur in seinen Rucksack schauen, dann kommt man leicht darauf, welche Fächer Tobias Zimmer unterrichtet: ein MacBook, ein Tablet, diverse USB-Sticks und jede Menge Kabel – dass Zimmer Mathematik und Informatik unterrichtet, liegt auf der Hand. Er selbst bezeichnet sich als akkuraten Menschen, etwas, was man auch daran erkennt, wie präzise er alle Objekte aus seinem Rucksack für das Foto platziert. Und diese persönliche Eigenschaft erklärt auch, warum er Kabel für alle gängigen Mobilgeräte-Anschlüsse in seinem Rucksack hat: „Ich brauche alle Sachen in meiner Tasche. Würde da etwas fehlen, würde mich das stören. Deshalb habe ich auch Kabel für alle möglichen Systeme wie Apple und Android dabei.“

Ganz besonders fällt ein Kuscheltier, genauer ein Sorgenfresser in seinem Rucksack auf – den Zimmer jedoch zweckentfremdet. „Nein, so viele Sorgen habe ich nicht“, lacht er, „Der Sorgenfresser ist eigentlich für meine USB-Sticks. Der Mund ist ja so groß und ich brauche sechs USB-Sticks für meinen Unterricht: einen, wenn man mal einem Schüler etwas weitergibt, einen für mich, einen mit einem Projekt ... Da ist alles ein wenig aufgeteilt.“

Auch nach dem Unterricht lebt Zimmer das Thema Digitalisierung. Der Lehrer hat sich gerade ein Haus gebaut. „Ich habe da auch gemauert, Dach gedeckt, Heizung und Lüftung mit gemacht – und auch sehr viel in Richtung Digitalisierung und Smarthome.“ Der Hausbau war für ihn Teil seiner Work-Life-Balance. „Etwas handwerklich zu machen war oder ist mein Ausgleich zur Arbeit. Mit meinem Vater, meiner Frau und meine Mutter – wir haben da alle zusammen gearbeitet.“

Auch wenn er in seinem Leben und seinem Unterricht so viel digital wie möglich macht, ist nicht alles digital: In seinem Rucksack gibt es Stifte genauso wie einen Papierstapel mit Kursheften und eingesammelten Arbeitsblättern. Und ein Lehrbuch, denn das Geschäftsmodell mancher Verlage, dass man statt eines digitalen Buchs regelmäßig Jahresabos kaufen muss, missfällt Zimmer. „Und digital lässt sich nicht so schön blättern.“ Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden ...


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