Taschenrechner und Tablet – rundum ausgestattet durch den Matheunterricht am Schulzentrum am Sund

01. Oktober 2019


Der Mix macht’s

Taschenrechner und Tablet – rundum ausgestattet durch den Matheunterricht

Dienstagmorgen im Schulzentrum am Sund in Stralsund. Es regnet leicht und schwere Wolken drücken sich über die Stadt. Bei diesem Wetter würden sich viele Schüler lieber unter der Bettdecke verkriechen, als Funktionen und Graphen zu berechnen. Der Klassenraum der 10 d füllt sich langsam, einige Schüler und ihr Mathematiklehrer Tobias Leyh unterhalten sich, andere Schüler holen ihre Arbeitsmaterialien aus den Taschen.

Der Unterrichtsbeginn der 10 d gleicht jeder anderen Mathestunde an einem Gymnasium — bis zu dem Moment, als Herr Leyh die wissenschaftlichen Taschenrechner verteilt. Die Mathematikklasse bekam in den letzten Wochen von Casio das ClassWiz Model FX-87DE X zum Testen zur Verfügung gestellt. Das Besondere an dem Rechner: Über einen QR-Code, den der Taschenrechner ausgibt und die App EDU+ wird aus dem Schulrechner ein Grafikrechner. Dazu benötigen die Schüler noch ein mobiles Endgerät. „Holt euch eure iPads“, ruft Herr Leyh deshalb zum Stundenbeginn ins morgendliche Gemurmel. An jedem Vierertisch stehen zwei Schüler auf und nehmen sich ein Tablet und einen Logitech Crayon. Den Koffer mit den Tablets und den digitalen Zeichenstiften hat die Gesellschaft für digitale Bildung aus Hamburg nach Stralsund auf die Reise geschickt. So rundum ausgestattet mit Taschenrechner, iPad und digitalem Stift kann der Unterricht beginnen.

Matheunterricht in der 10 d:

Viele Funktionen für den Matheunterricht

Zur Wiederholung des letzten Unterrichtsblocks projiziert Herr Leyh eine Potenzfunktion an die Tafel, die Schüler sollen mit ihrem Tablet und der App GeoGebra beobachten, wie sich die Graphen der Funktion bei unterschiedlichen Variablen verändern und sich die Ergebnisse gegenseitig erläutern. Stifte klicken über die iPads, hier und da gibt es Probleme bei der Eingabe. Herr Leyh geht von Tisch zu Tisch und hilft seinen Schülern. Die Schüler geben in der App auf der einen Seite die Gleichung ein und verändern mit Schiebereglern die einzelnen Variablen. Auf der anderen Seite sehen sie dann „live“, wie sich der entsprechende Graph ändert. „Also a staucht und streckt den Graphen“, fasst eine Schülerin an ihrem Tisch zusammen. „Wenn das hier negativ wird, spiegelt es den Graphen“, grübelt ein anderer Tisch. Nach einigen Minuten fassen die Schüler im Plenum ihre Ergebnisse zusammen.

Für die zweite Aufgabe setzen jeweils zwei Schüler beliebige Parameter für die Gleichung ein, die anderen beiden Schüler gegenüber sollen nur anhand des Graphen die Parameter beschreiben. „Macht mal nicht so schwer“, grinst Herr Leyh einer Gruppe zu und kommentiert an einem anderen Tisch: „Ach, der Graph sieht schön aus.“ Aber um schön oder hässlich geht es hier nicht, die Schüler wenden das eben Erarbeitete an. Schnell liegen Arbeitsblätter neben den Tablets, auf denen die Schüler in den vorigen Unterrichtsstunden Graphen gekennzeichnet haben. Hier und da tippen einige Schüler Werte zur Überprüfung in die Taschenrechner. Ganz selbstverständlich mischen die Schüler im Mathematikunterricht von Herrn Leyh unterschiedliche Medien.

Bei der dritten Aufgabe sollen die Schüler zwei Terme vergleichen: Wann ist x hoch drei größer als zwei hoch x, lautet die Frage. Hier spielt der Taschenrechner eine seiner Trumpfkarten aus, weil er zu den Termen automatisch Wertetabellen anzeigt. Manche Schüler scannen mit dem Tablet den QR-Code auf dem Display des ClassWiz. Die App EDU+ zeigt dann die Graphen als rote und blaue Linie an. Die Antwort ist schnell gefunden: Zwischen zwei und zehn ist x hoch drei größer. „Das kann man eigentlich sogar im Kopf rechnen, 10 hoch 3 ist 1000, 2 hoch 10 ist 1024“, schließt Herr Leyh die Aufgabe ab. Am Ende ist die Stunde viel zu schnell um. Was im Gedächtnis bleibt, ist das Bild von Schülern, die engagiert mitarbeiten. Aber braucht man dafür tatsächlich beide Geräte?

Die Prüfungsordnungen setzen die Grenzen

Dass sich die Frage nach dem richtigen Gerät für den perfekten Matheunterricht nicht so leicht beantworten lässt, weiß Mathematiklehrer Leyh aus eigener Erfahrung: „Bis vor zwei Jahren hatten wir noch einen anderen Taschenrechner im Einsatz. Der ist nicht mehr fürs Abitur zugelassen, weil er Funktionen hatte, die mittlerweile nicht mehr erlaubt sind. Die Rechner, die wir jetzt getestet haben, das Casio ClassWiz Model FX-87DE X, würden nach unseren Abiturverordnungen auch funktionieren.“

Das Fazit der Testphase in der 10 d: Mit einer Mischung aus Tablet und Taschenrechner nutzt man die Stärken beider Geräte und bereitet die Schüler zugleich auf die Prüfungssituation vor. Zusätzlich muss man aber sowieso auch ohne Hilfsmittel „quasi zu Fuß gehen“: Denn auch das Rechnen im Kopf wird im Unterricht von Herrn Leyh nicht vernachlässigt.

 

Beispielaufgabe zum Thema Funktionen

Im Unterricht zum Thema Funktionen muss oft viel überlegt und gerechnet werden, um zum Beispiel darauf zu kommen, wie der Graph einer quadratischen Funktion im Koordinatensystem aussehen wird. Dies ist nun mithilfe der QR-Code-Funktion der neuen ClassWiz-Serie sehr viel einfacher geworden.

Hier gelangen Sie zur Aufgabe.

Bilder aus dem Unterricht:


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