WhatsApp als Kommunikationsmittel in Schulen

14. November 2018


Frage:

Dürfen wir als Lehrer den Messenger „WhatsApp“ für den Unterricht nutzen? Welche Alternativen gibt es?

Antwort:

Fast alle Ihrer Schülerinnen und Schüler werden WhatsApp im privaten Bereich nutzen. Kein Messenger ist derzeit so beliebt und verbreitet. Da liegt es nahe, dieses Programm auch für die Kommunikation im schulischen Bereich zu verwenden. Datenschutzrechtlich ist jedoch von der Nutzung für schulische Zwecke abzuraten. Dies aus mehreren Gründen:

  1. Mit der Anmeldung stellen Sie dem Anbieter alle in Ihrem Mobiltelefon gespeicherten Kontakte zur Verfügung, auch die Ihrer Schüler. Weiter werden Kommunikationsinhalte vom Anbieter gespeichert. Dafür benötigen Sie eine wirksame Einwilligung. Diese setzt datenschutzrechtlich voraus, dass sie „freiwillig“ erfolgt. Wenn Ihre Schüler bzw. die Eltern einwilligen müssen, um Unterrichtsinhalte über WhatsApp zuverlässig mitgeteilt zu bekommen, ist dies nicht freiwillig.
  2. Die Daten werden in einem Land außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums gespeichert. Da der Anbieter von WhatsApp sich nicht dem Datenschutzabkommen zwischen Europa und den USA unterworfen hat, ist die Übermittlung nach den Vorgaben der DSGVO unzulässig.
  3. Sie werden als Lehrer für WhatsApp Ihr privates Smartphone nutzen. Die Speicherung von personenbezogenen Daten Ihrer Schülerinnen und Schüler auf privaten Geräten ist in den meisten Bundesländern durch Erlasse geregelt. Die private Telefonnummer zu speichern ist zumeist nicht erlaubt.

Fazit: Gibt es Alternativen zu WhatsApp?

Das ist zuverlässig kaum zu bejahen. Als Schule bzw. Lehrer sind Sie dafür verantwortlich dass die Messenger Kommunikation datenschutzkonform ausgestaltet ist. Ob dies von einem Anbieter sicher gestellt ist, ist von Ihnen kaum zu überblicken. Es wird Ihnen kaum eine Datenschutzaufsichtsbehörde versichern, dass Sie diesen oder einen anderen Anbieter als datenschutzkonform einstufen und die Nutzung empfehlen.

Die Anbieter Threema oder Wire arbeiten nach Ansicht von IT-Experten datenschutzkonform. Es werden keine Daten der Kommunikation und nur sehr wenige Metadaten gespeichert. Die Übermittlung erfolgt Ende-zu-Ende-verschlüsselt, die von Experten als sicher angesehen wird. Die Nutzer können über Pseudonyme daran teilnehmen.

Allerdings müssen Ihre Schüler auch hier in die Nutzung freiwillig einwilligen. Somit kann ein Messenger nur als Alternative und nicht als Ersatz zur schulischen Kommunikation genutzt werden.


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